Karl Landsteiner Gesellschaft

Institut für psychosoziale Medizin, Psychotherapie und Kindheitsforschung

Leitung
  • Mag. Karin Zajec
    Landesklinikum Mödling, Hinterbrühl
    2371 Mödling
Arbeit am Institut

Mit der Vielfalt im Angebot der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollen durch die spezifischen Projekte der aktuelle wissenschaftliche Standard nachgewiesen und erhalten werden.

Laufende Projekte

Interdisziplinäres Netzwerkprojekt zwischen Jugendwohlfahrt, Bildungswesen und Kinder- und Jugendpsychiatrie im Industrieviertel in NÖ
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Das Projekt besteht aus fünf ineinander verzahnten Modulen, die auch teilweise parallel ablaufen.
Modul 1: Zielentwicklung und Konzeption gemeinsam mit den Projektpartner
Modul 2: Evaluation der Netzwerkarbeit
Modul 3: Klientelbezogene Teilprojekte
Modul 4: Verlaufsmonitoring
Modul 5: Dokumentation von Versorgungsmöglichkeiten, -fehlern, -schwierigkeiten, und –defiziten.
(www.kindernetzwerk.at)

Der therapeutische Raum und ein Versuch ihn zu erfassen:
Eine Studie: Die OPD-KJ Beziehungsachse in Diagnostik und Therapie jugendlicher Patienten

Die Beziehung wird in vielen psychotherapeutischen und milieutherapeutischen Tätigkeitsfeldern in den Mittelpunkt therapeutischer Bemühungen gestellt.
Diese Arbeit versucht die Dynamik der therapeutischen Beziehung durch das Erfassen von Beziehungsmustern und deren Wechselwirkung zwischen Innen und Außen, zwischen Ich und Du nicht nur zu reflektieren und zu beschreiben, sondern auch zu operationalisieren und so den wissenschaftlichen Untersuchungen zugänglich zu machen.
OA Dr.in Noske nimmt inter- und intrapsychische Beziehungen, die sich im Raum zwischen Jugendlichen und seinem Gegenüber entfalten zum Fokus und untersucht, wie diese Beziehungen beobachtet, beschrieben und im Zusammenhang mit dem intrapsychischem Erleben des Jugendlichen, aber auch des Therapeuten gebracht werden können.

Lebens-, Behandlungszufriedenheit und Psychodynamik von Jugendlichen im stationären Setting

In den letzten Jahren ist das klinische und wissenschaftliche Interesse an der OPD (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik) gestiegen. Sowohl die komplette OPD sowie die Einzelachsen, entsprechen den Gütekriterien (Scheider & Freyberger, 2000). Es existieren noch keine Längsschnittstudien über den Zusammenhang zwischen psychischen und strukturellen Störungen und der Lebenszufriedenheit von Kindern und Jugendlichen (Bastiaansen, Koot & Ferdinand, 2005). Das Ziel der Studie - neben der Beurteilung der Effizienz der stationären psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen - ist es, herauszufinden, ob die Ergebnisse der OPD-KJ-2 Bewertungen zur Qualitätssicherung beitragen und damit unterstützen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Genauer gesagt erwarten Dr. Fliedl und Mag.a Katzenschläger, dass Veränderungen in der Struktur würde zu Veränderungen der Lebens- und Behandlungszufriedenheit sowie einer Reduktion der Symptomatik führt.

Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Eltern-Kind-Interaktion im klinischen Behandlungssetting anhand der Beziehungsdiagnostik nach der OPD-KJ-2

In der Behandlung von Kindern und Jugendlichen erweist sich der Einbezug der Eltern als wesentlich, um entwicklungsfördernde und -hemmende Beziehungskomponenten zu identifizieren. Die vorliegende Arbeit von Verena Singer beschäftigt sich mit der Erfassung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten in der Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Eltern-Kind-Interaktion sowie deren Relevanz für die Behandlungsplanung. Für eine Fremdeinschätzung wird die Beziehungsachse der OPDKJ-2 herangezogen und für eine Einschätzung der Eltern-Kind Dyade der INTREX-Fragebogen, der ebenso auf dem SASB Modell beruht. Die bisherigen Erfahrungen im klinischen Alltag sprechen dafür, dass vor allem anhand der Differenzen der Einschätzungen entscheidende Hinweise resultieren, welche Aspekte im Rahmen der weiteren Behandlungsplanung von zentraler Bedeutung sind. 
Verena Singer, Rainer Fliedl, Karin Zajec (2019).Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Eltern-Kind-Interaktion im klinischen Behandlungssetting anhand der Beziehungsdiagnostik nach der OPD-KJ-2. Zeitschrift für Psychodynamische Psychotherapie (Jg.18, Heft 3)

Nichtsuizidale Selbstverletzung im Zusammenhang mit den Achsen Struktur und Beziehung nach der OPD-KJ-2 

Die vorliegende Arbeit (Victoria Pokieser et al., 2019) untersucht Nichtsuizidale Selbstverletzung (NSSV) im Zusammenhang mit der psychischen Struktur sowie inter- und intrapersoneller Beziehungsgestaltungen. Zur Erfassung der Beziehungsdynamiken und der psychischen Struktur wurden die Achsen Struktur und Beziehung nach der OPD-KJ-2 (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter) eingesetzt, zur Erfassung der NSSV wurde das MOUSI (Modifiziertes Ottawa/Ulm Selbstverletzungsinventar) angewendet. Es wurden insgesamt 40 jugendpsychiatrische Patienten, überwiegend in stationärer Behandlung, als Stichprobe herangezogen, wobei 20 Jugendliche mit und 20 Jugendliche ohne NSSV in Hinblick auf die Achsen Struktur und Beziehung miteinander verglichen wurden. Zwischen den Untersuchungsgruppen zeigten sich keine Unterschiede in Bezug auf die Achse Struktur. In Bezug auf die Beziehungsachse konnten mehrere Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Jugendliche mit NSSV nahmen beispielsweise insgesamt in einem höheren Ausmaß liebevoll Einfluss auf andere und reagierten in Interaktionen offener auf ihr Gegenüber als Jugendliche ohne NSSV. In der Beziehung zu sich selbst wurden Jugendliche mit NSSV häufiger als sich quälend und vorwurfsvoll eingeschätzt. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Beziehungsachse der OPD-KJ-2 hilfreiche Informationen dafür liefern kann, welche Beziehungsaspekte bei der Behandlung von NSSV beachtet werden sollten.
Pokieser, V., Fliedl, R., Zajec, K., & Singer, V. (2019). Nichtsuizidale Selbstverletzung im Zusammenhang mit den Achsen Struktur und Beziehung nach der OPD-KJ-2. Zeitschrift für Kinder-und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (47/5).