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Institut für neuroimmunologische und neurodegenerative Erkrankungen

Leitung

Prim. Priv.-Doz. Dr. Regina Katzenschlager
Prim. Priv.-Doz. Dr. Regina Katzenschlager

Nachruf Prim. Priv.-Doz. Dr. Regina Katzenschlager

Wir sind tief betroffen vom unerwarteten Ableben unserer hochgeschätzten Institutsleiterin Prim. Priv.-Doz. Dr. Regina Katzenschlager. Ihr plötzlicher Tod am 21. April 2026 hinterlässt eine schmerzliche Lücke in unserer wissenschaftlichen Gemeinschaft.

Seit 2011 leitete Regina Katzenschlager das Institut für neuroimmunologische und neurodegenerative Erkrankungen. Mit ihrem Team widmete sie sich mit außergewöhnlichem Engagement der Erforschung von Morbus Parkinson und anderen Bewegungsstörungen, entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems sowie neuromuskulären Krankheitsbildern. Ihr besonderes Interesse galt der Parkinson-Krankheit, zu der sie wesentliche Beiträge in Diagnose, Behandlung und Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten leistete.

Sie prägte ihr Fachgebiet über viele Jahre hinweg maßgeblich und wurde auch international für ihre Expertise geschätzt. In der Parkinsonforschung war sie eine anerkannte Persönlichkeit.

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen Menschen, die ihr nahestanden.

Im Namen des Vorstandes
Präsident Univ.-Prof. Dr. Bernhard Schwarz

Arbeit am Institut

Die Schwerpunkte des Instituts liegen beim M. Parkinson und anderen Bewegungsstörungen, Entzündungen des Nervensystems wie Multipler Sklerose (MS) und Neuromyelitis optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) und bei neuromuskulären Erkrankungen.

Arbeitguppen:

  • Bewegungsstörungen (Leiterin: Prim. Priv.-Doz. Dr. Regina Katzenschlager),
  • Neuroimmunologie (Leiter: Univ.-Prof. Wolfgang Kristoferitsch, OA Dr. Helmut Rauschka),
  • Neuromuskuläre Erkrankungen (Leiter: Univ.-Doz. Dr. Martin Graf, OA Dr. Marcus Erdler, OA Dr. Helmut Rauschka).

Aktuell laufend und in Planung sind akademische Studien – zum Teil in nationaler oder internationaler Kooperation - und industriegesponserte multizentrische Studien. Angeführt sind Auszüge aus laufenden und publizierten Projekten zur Charakterisierung des Spektrums:

a) Bewegungsstörungen

Der Schwerpunkt liegt bei der Parkinson-Krankheit. Das Institut ist seit Jahren an Phase 3- und 2b-Studien beteiligt. Die Leitung der ersten placebokontrollierten, multizentrischen Studie einer Pumpentherapie bei motorischen Fluktuationen hat vor Kurzem zur FDA-Zulassung geführt. Weitere Themen zu M. Parkinson: Frühdiagnostik; medikamentöse und gerätebasierte Therapien motorischer Komplikationen; neuropathologische Validierung klinisch-diagnostischer Kriterien; Skalenvalidierung; Erfassung nicht-motorischer Symptome bei unbehandelten Patient*innen; Impulskontrollstörungen und Assoziation mit Dyskinesien; systematische Reviews der International Parkinson and Movement Disorder Society (MDS). In interdisziplinärer Kooperation läuft eine Studie zur Häufigkeit von Parkinsonsyndromen bei Schenkelhalsfrakturen und zur Knochengesundheit der Betroffenen an.

b) Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems

Die Arbeitsgruppe befasst sich derzeit mit Themen wie Langzeitverlauf der MS und  Sicherheitsaspekten: im Vordergrund steht die Aufarbeitung der bei MS seit Langem angewandten B-Zell-depletierenden Therapien am Zentrum. Untersucht werden  Lymphozytenpopulationen und -sequestration mittels Fluorescence Activated Cell Sorting (FACS-)Analysen zum Effekt von Fingolimod auf T-Zell-Subpopulationen, Bildgebung und klinischer Verlauf sowie klinische Langzeitverläufe und Sicherheit unter verschiedenen Rituximab-Dosierungsschemata. Weitere Beispiele sind Langzeitverlauf und Rolle der Aquaporin-Antikörper bei NMOSD; Aufarbeitung eigener Susac-Fälle (einer seltenen Endotheliopathie); Beteiligung an einer multizentrischen neuropathologischen Studie zu Autoimmunencephalitiden.

c) Neuromuskuläre Arbeitsgruppe

Die Forschungsschwerpunkte umfassen beispielsweise genetische Modifikatoren und Epidemiologie der spinalen Muskelatrophie (SMA) Typ 3, Knochengesundheit bei Patient:innen mit SMA und Duchenne-Muskeldystrophie; Patientencharakteristika, Therapien und Herausforderungen in der Transition von Pädiatrie zu Neurologie bei erwachsenen Duchenne-Betroffenen; Untersuchungen zu Therapien bei Becker-Kiener-Muskeldystrophie; Serum-Neurofilament bei multifokal motorischer Neuropathie. Es besteht enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Universität Wien.

  • Aus den Forschungsaktivitäten entstehen laufend wissenschaftliche Publikationen, Posterpräsentationen und Buchkapitel,
  • laufend Betreuung von Diplomarbeiten,
  • regelmäßige Veranstaltungen wie EMG-Seminar und EMG-Prüfung für die Österreichische Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (ÖGKN),
  • Fortbildungaktivitäten,
  • zahlreiche eingeladene nationale und internationale Vorträge durch Institutsvertreter*innen,
  • aktive Funktionen in nationalen und internationalen Fachgesellschaften,
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Registern inklusive Auswertungen wie: SMArtCare-Register zur SMA; Österreichisches Parkinsonregister; MS-und ARENA-Register der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie zu Autoimmunenzephalitiden, NMOSD und Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG)-Antikörper-basierten Erkrankungen (MOGAD).