Leiter:
Prim. Univ. Prof. Dr. Peter BALCKE
MA: OA Dr. Martin Wiesholzer
3100 Landesklinikum St. Pölten
1. Med. Abteilung
peter.balcke@stpoelten.lknoe.at
Im ersten halben Jahr des Bestehens des Institutes konnten die Untersuchungen zu einer wissenschaftlichen Arbeit weitgehend abgeschlossen werden. Ziel dieser Untersuchung ist, Einblick in die Steuerung der aktuellen Leukozytenzahl bei Hämodialysepatienten zu gewinnen. Die Bildung und Freisetzung der Leukozyten aus dem Knochenmark erfolgt durch einen Faktor, den G-CSF (Granuolcyte Colony-Stimulating Factor) der bei Kontakt mit Endotoxinen oder Entzündungsmediatoren wie tumor necrosis factor, Interleukin -1, oder Interferon-γ aus Monozyten/Makrophagen und Lymphozyten freigesetzt wird. Physiologisch erfüllt er den Zweck in einer Akutreaktion Granulozyten zu bilden und so die zelluläre Abwehr sicher zu stellen. Der Stellenwert für die kontinuierliche Granulozytenproduktion außerhalb von Akutsituationen ist weniger klar.
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist die Situation insofern komplizierter, da G-CSF kumuliert. Theoretisch müssten die G-CSF-Spiegel im Blut von Dialysepatienten erhöht sein und in der Folge höhere Leukozytenwerte als bei Gesunden zu finden sein. Erste Ergebnisse sprechen für einen funktionstüchtigen Steuerungsmechanismus unter Dialysebedingungen. Die Untersuchungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Insbesonders soll auch ein möglicher Zusammenhang mit dem C-reaktiven Protein, das bei Dialysepatienten ein Marker des Mortalitätsrisikos ist, hergestellt werden.
Eine weitere Studie zum Tagesrhythmus der G-CSF-Freisetzung ist konzipiert, ebenso Vorplanungen zu Untersuchungen der Folgen von Antikörpern bei der Krebstherapie auf die Harnproteinausscheidung.
Die Untersuchungen werden durch Ärzte der Abteilung durchgeführt. Die Laboruntersuchungen erfolgen durch MT.
Klinische Forschungsschwerpunkte im Bereich der Nephrologie und Hämato-Onkologie
sind im besonderen:
- Einflüsse auf die Progredienz von Nierenerkrankungen
- Hyperparathyeoidismus
- Diabetische Nephropathie
- Endotheldysfunktion
- Blutbildveränderungen bei Urämie und ihre Pathomechanismen
- Ernährung bei Niereninsuffizienz
- Nierentransplantation
- Myelom
- Anämie
- Zytokine unter Chemotherapie
- Ernährung und Malignom
- Lymphome
- Solide Tumore